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Den REGA-Helikopter aus nächster Nähe bestaunen, ohne verletzt zu sein. (Bild:
Stricker)
Sonnenschein und Unfälle
Erfolgreiche Sicherheitstage: 2000 Besucher an
der <<Synergie 2000>>
SULGEN - Übers Wochenende wurde Sulgen von
vielen schlimmen Unfällen heimgesucht. Das Positive ist, alle waren nur
inszeniert, um den Besuchern der Sicherheitstage «Synergie 2000» die Arbeit
von Feuer- wehr, Polizei, Zivilschutz und Samaritern vorzustellen und auf
Gefahren und deren Verhütung aufmerksam zu machen.
VON PHILIP MESSMER
Mit einem schlingernden Rad und quietschenden
Reifen kommt der weisse Volvo doch noch zum Stehen. Vor wenigen Sekunden
bretterte er über einen Nagelteppich der Polizei, was ihm einen Reifen kostete.
Das Publikum auf beiden Seiten schaut sich die Szene gespannt an. So wird es
also gemacht, wenn die Polizei mit einem
Nagelteppich auf Verbrecherjagd geht.
Rega, Polizei und Feuerwehr
An der «Synergie 2000» zeigte aber nicht nur die Kantonspolizei,
wie sie agiert. Rega, Feuerwehr, Militär, Zivildienst und die Samariter waren
ebenfalls zur Stelle und demonstrierten auf eindrückliche Weise ihr Können. So
konnten die Organisatoren das Publikum am Sonntagnachmittag beim grossen Finale
für über 75 Minuten fesseln. Dabei simulierten die verschiedenen
Rettungsgruppen einen Grosseinsatz, bei dem sie alle Hand in Hand arbeiten
mussten.
Der ganze Anlass sei reibungslos über die Bühne
gegangen, freut sich der Initiant und OK-Chef Markus Dürig kurz nach Abschluss
der Sicherheitstage. «Wir hatten die volle Unterstützung der einzelnen Gruppen
und von der Gemeinde Sulgen.» Schade sei jedoch gewesen, dass man
den Anlass im Vorfeld verkannt habe, sagt Markus Dürig. So hätten viele die
«Synergie 2000» unterschätzt. Auf der anderen Seite sei so das Echo jetzt
umso positiver. Gerechnet habe er mit gut 1000
Zuschauern, nun seien es etwa doppelt so viele gewesen, erwähnt Markus Dürig.
Ausgerüstet wären sie allerdings für noch mehr Volk gewesen.
Publikumsnähe
Um den Leuten den Zivilschutzdienst ein wenig näher zu bringen, habe
er einmal einen kleinen Anlass auf die, Beine stellen wollen. Nach und nach
hätten sich dann noch viele andere Gruppen angeschlossen. So sei der kleine
Anlass gewachsen und schliesslich zu diesen Sicherheitstagen geworden, erklärt
Markus Dürig. Er gibt sich grundsätzlich begeistert von der «Synergie 2000»:
«Es war super-genial.»

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Rettungsdienste spielten mit den Muskeln
Action, Information und ein riesiger
Besucheraufmarsch an der <<Synergie 2000>> in Sulgen
SULGEN - Ein solches Spektakel hat Sulgen noch
nicht gesehen - und auch der Thurgau nicht: Alle Organisationen im
Rettungswesen, von den Samaritern über Zivilschutz und Feuerwehr bis hin zu
Rega, Polizeigrenadieren und Armeekräften, zeigten in einem zweitägigen Show-
down, zu welchen Einsatzleistungen sie fähig sind.
VON ANDREAS STRICKER
«Was ist Sicherheit?», fragte Hans Ziegler beim
Presseempfang. Die käufliche Sicherheit von Versicherungen und Sozialstaat
biete lediglich finanzielle Unterstützung, philosophierte der Sulger
Gemeindeammann, «geholfen ist uns damit noch nicht.»
Für die tatkräftige Hilfe in einem
Schadenfall sind andere zuständig. Die Rettungsdienste
als Muskeln im Organismus des Rettungswesens.
Realistische Unfallszenarien
Doch was oberflächlich als Muskelprotzerei daher kam, hat durchaus
auch seine ernsthafte Seite: Spätestens beim simulierten Unfall eines Autos mit
einem Motorrad und dem anschliessenden Zusammenspiel der Rettungskräfte
(Polizei, Ambulanz, Samariter und Feuerwehr) wurde den Zuschauern unweigerlich
bewusst, in welchen Situationen jeder selber einmal solche Hilfe benötigen
könnte. Von der Alarmierung über die Bergung der Verletzten bis zu den
Aufgaben der Polizei wurde dem Publikum unter der Moderation von Radio-Top-Mann
Reto Scherrer von fachkundigen Leuten erklärt, was auf dem Übungsplatz gerade
ablief. Der Zivilschutz hatte einen seiner Auftritte beim Szenario eines
Hauseinsturzes, beispielsweise durch ein Erdbeben. Bei der Suche nach
Verschütteten noch von Spürhunden unterstützt, machten sich die
Zivilschützer anschliessend mit Presslufthammer und Winkelschleifer an die
Bergung der Personen.
Auch in der Luft gab es Action, und der Rega-Heftopter durfte nach seiner
Landung sogar aus nächster Nähe be- staunt werden. Für fast filmreife Szenen
sorgten die Grenadiere der Thurgauer Kantonspolizei- Die Sondertruppe «Leu»
demonstrierte in einer ersten Showeinlage unter anderem, wie man sich aus einem
Helikopter in schwindelerregender Höhe
abseilt - eine Nummer, die schwieriger war, als sie auf den ersten Blick den
Anschein machte, wie Sicherheitspolizei-Chef Peter Diethelm erläuterte.,
Insbesondere der Pilot sei bei solchen Aktionen gefordert, denn das Ruhighalten
des Hubschraubers in der Luft sei für diesen eine der schwierigsten Aufgaben
überhaupt.
Am Sonntagvormittag quietschten und
platzten dann Autoreifen, als die Grenadiere einen flüchtenden Kriminellen an
einer Strassensperre mit Einsatz eines Polizeihundes dingfest machten. Am
Nachmittag schliesslich verabschiedeten sich alle Organisationen inklusive dem
Rettungskorps der Armee in einem grossangelegten Kalastrophenszenario.
Ein einmaliger Anlass
Auf rund 800 wurde die Zahl der Besucher am Samstag geschätzt, und
am Sonntag dürften es noch mehr gewesen sein. Doch nicht nur deswegen wurden
für den OK-Chef Markus Dürig «alle Erwartungen übertroffen». Wohl weiss er,
dass vor allem «Blaulicht, Sirene und Helikopter» das Publikum locken würden,
doch habe den Zuschauern auch viel von den Aufgaben der Rettungsdienste
vermittelt werden können, sodass manch einer das eine oder andere
«Aha-Erlebnis» erfahren habe.
Dennoch bleibt «Synergie 2000» wohl
etwas Einmaliges: Vorderhand ist nichts Ähnliches geplant, und hinsichtlich der
Umstrukturierungen im Rettungswesen wird es laut Dürig einen Anlass, wie er in
Sulgen stattfand, wohl kaum mehr geben.
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