SYNERGIE 2000

17. und 18. Juni 2000 in Sulgen

Home ] Nach oben ] Sinn und Zweck ] Organisationen ] Progamm ] OK ] Infos / Links ] Gönner ] Kontakt ]
 


   Montag 19. Juni 2000

zurück

Seite 1

 
Den REGA-Helikopter aus nächster Nähe bestaunen, ohne verletzt zu sein. (Bild: Stricker)

Sonnenschein und Unfälle

Erfolgreiche Sicherheitstage: 2000 Besucher an der <<Synergie 2000>>

SULGEN - Übers Wochenende wurde Sulgen von vielen schlimmen Unfällen heimgesucht. Das Positive ist, alle waren nur inszeniert, um den Besuchern der Sicherheitstage «Synergie 2000» die Arbeit von Feuer- wehr, Polizei, Zivilschutz und Samaritern vorzustellen und auf Gefahren und deren Verhütung aufmerksam zu machen.

VON PHILIP MESSMER

Mit einem schlingernden Rad und quietschenden Reifen kommt der weisse Volvo doch noch zum Stehen. Vor wenigen Sekunden bretterte er über einen Nagelteppich der Polizei, was ihm einen Reifen kostete. Das Publikum auf beiden Seiten schaut sich die Szene gespannt an. So wird es also gemacht, wenn die Polizei mit einem Nagelteppich auf Verbrecherjagd geht.

Rega, Polizei und Feuerwehr 
 
An der «Synergie 2000» zeigte aber nicht nur die Kantonspolizei, wie sie agiert. Rega, Feuerwehr, Militär, Zivildienst und die Samariter waren ebenfalls zur Stelle und demonstrierten auf eindrückliche Weise ihr Können. So konnten die Organisatoren das Publikum am Sonntagnachmittag beim grossen Finale für über 75 Minuten fesseln. Dabei simulierten die verschiedenen Rettungsgruppen einen Grosseinsatz, bei dem sie alle Hand in Hand arbeiten mussten.

Der ganze Anlass sei reibungslos über die Bühne gegangen, freut sich der Initiant und OK-Chef Markus Dürig kurz nach Abschluss der Sicherheitstage. «Wir hatten die volle Unterstützung der einzelnen Gruppen und von der Gemeinde Sulgen.» Schade sei jedoch gewesen, dass man den Anlass im Vorfeld verkannt habe, sagt Markus Dürig. So hätten viele die «Synergie 2000» unterschätzt. Auf der anderen Seite sei so das Echo jetzt umso positiver. Gerechnet habe er mit gut 1000 Zuschauern, nun seien es etwa doppelt so viele gewesen, erwähnt Markus Dürig. Ausgerüstet wären sie allerdings für noch mehr Volk gewesen.

Publikumsnähe
 
Um den Leuten den Zivilschutzdienst ein wenig näher zu bringen, habe er einmal einen kleinen Anlass auf die, Beine stellen wollen. Nach und nach hätten sich dann noch viele andere Gruppen angeschlossen. So sei der kleine Anlass gewachsen und schliesslich zu diesen Sicherheitstagen geworden, erklärt Markus Dürig. Er gibt sich grundsätzlich begeistert von der «Synergie 2000»: «Es war super-genial.»


   Seite 7

Rettungsdienste spielten mit den Muskeln

Action, Information und ein riesiger Besucheraufmarsch an der <<Synergie 2000>> in Sulgen

SULGEN - Ein solches Spektakel hat Sulgen noch nicht gesehen - und auch der Thurgau nicht: Alle Organisationen im Rettungswesen, von den Samaritern über Zivilschutz und Feuerwehr bis hin zu Rega, Polizeigrenadieren und Armeekräften, zeigten in einem zweitägigen Show- down, zu welchen Einsatzleistungen sie fähig sind.

VON ANDREAS STRICKER

«Was ist Sicherheit?», fragte Hans Ziegler beim Presseempfang. Die käufliche Sicherheit von Versicherungen und Sozialstaat biete lediglich finanzielle Unterstützung, philosophierte der Sulger Gemeindeammann, «geholfen ist uns damit noch nicht.»
  Für die tatkräftige Hilfe in einem Schadenfall sind andere zuständig. Die Rettungsdienste als Muskeln im Organismus des Rettungswesens. 

Realistische Unfallszenarien 
 
Doch was oberflächlich als Muskelprotzerei daher kam, hat durchaus auch seine ernsthafte Seite: Spätestens beim simulierten Unfall eines Autos mit einem Motorrad und dem anschliessenden Zusammenspiel der Rettungskräfte (Polizei, Ambulanz, Samariter und Feuerwehr) wurde den Zuschauern unweigerlich bewusst, in welchen Situationen jeder selber einmal solche Hilfe benötigen könnte. Von der Alarmierung über die Bergung der Verletzten bis zu den Aufgaben der Polizei wurde dem Publikum unter der Moderation von Radio-Top-Mann Reto Scherrer von fachkundigen Leuten erklärt, was auf dem Übungsplatz gerade ablief. Der Zivilschutz hatte einen seiner Auftritte beim Szenario eines Hauseinsturzes, beispielsweise durch ein Erdbeben. Bei der Suche nach Verschütteten noch von Spürhunden unterstützt, machten sich die Zivilschützer anschliessend mit Presslufthammer und Winkelschleifer an die Bergung der Personen.
  Auch in der Luft gab es Action, und der Rega-Heftopter durfte nach seiner Landung sogar aus nächster Nähe be- staunt werden. Für fast filmreife Szenen sorgten die Grenadiere der Thurgauer Kantonspolizei- Die Sondertruppe «Leu» demonstrierte in einer ersten Showeinlage unter anderem, wie man sich aus einem Helikopter in
schwindelerregender Höhe abseilt - eine Nummer, die schwieriger war, als sie auf den ersten Blick den Anschein machte, wie Sicherheitspolizei-Chef Peter Diethelm erläuterte., Insbesondere der Pilot sei bei solchen Aktionen gefordert, denn das Ruhighalten des Hubschraubers in der Luft sei für diesen eine der schwierigsten Aufgaben überhaupt.
  Am Sonntagvormittag quietschten und platzten dann Autoreifen, als die Grenadiere einen flüchtenden Kriminellen an einer Strassensperre mit Einsatz eines Polizeihundes dingfest machten. Am Nachmittag schliesslich verabschiedeten sich alle Organisationen inklusive dem Rettungskorps der Armee in einem grossangelegten Kalastrophenszenario.

Ein einmaliger Anlass 
 
Auf rund 800 wurde die Zahl der Besucher am Samstag geschätzt, und am Sonntag dürften es noch mehr gewesen sein. Doch nicht nur deswegen wurden für den OK-Chef Markus Dürig «alle Erwartungen übertroffen». Wohl weiss er, dass vor allem «Blaulicht, Sirene und Helikopter» das Publikum locken würden, doch habe den Zuschauern auch viel von den Aufgaben der Rettungsdienste vermittelt werden können, sodass manch einer das eine oder andere «Aha-Erlebnis» erfahren habe.
  Dennoch bleibt «Synergie 2000» wohl etwas Einmaliges: Vorderhand ist nichts Ähnliches geplant, und hinsichtlich der Umstrukturierungen im Rettungswesen wird es laut Dürig einen Anlass, wie er in Sulgen stattfand, wohl kaum mehr geben.